Debatte: Arbeiten – UND Leben. Aber wie?

(Fotograf: Patryk Witt)
(Fotograf: Patryk Witt)

Liebe Leserinnen und Leser,

wie wird die Arbeitswelt von morgen aussehen, wenn Sie Ihre Wünsche in die Tat umsetzen könnten? Was sind Ihre großen Ideen, für eine ganz neue Kultur der Zusammenarbeit? Was sind die kleinen Änderungen, die viel dafür bewirken können, dass Frauen und Männer gern arbeiten und gesund bleiben? Wie kann es gelingen, dass wir Zeit und Energie haben für unsere Familien, Freundinnen und Freunde und zahlreichen Interessen?

Wir setzen dabei auf Ihre Ideen und Erfahrungen. Denn die Arbeitswelt wandelt sich schnell, die Arbeitskultur jedoch zu wenig. Was sind Ihre Erwartungen an Arbeitgeber? An Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Welche Dinge haben Sie in Ihren Unternehmen bereits erfolgreich verändert? Was können konkrete politische Maßnahmen sein, die Sie von der SPD-Bundestagsfraktion erwarten?

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge und wollen sie auf der Veranstaltung „Fraktion kontrovers“ mit Anne-Marie Slaughter, Professorin und Politikberaterin, und Ursula Schwarzenbart, Leiterin des Global Diversity Office bei der Daimler AG, diskutieren.

Die Debatte wird von uns am 18.3. ab 19.30 Uhr im Livestream unter spdfraktion.talk42.de übertragen. Das Hashtag lautet #spddebatte.

Denn eines ist klar: Die alte Gleichung geht nicht mehr auf. Auf der einen Seite: Viele Männer, die weniger, und viele Frauen, die mehr arbeiten möchten. Frauen, die Karriere machen, und Männer, die auch mal beruflich aussetzen wollen. Männer und Frauen, die mehr Zeit für Familie, Freunde und Freizeit fordern. Auf der anderen Seite: Vollzeitkarrieren, Überstundenrekorde, normierte Lebensläufe, Präsenzkultur und Verfügbarkeitskult am Arbeitsplatz.

In ihrem Artikel „Why Women Still Can’t Have It All“ hat Anne-Marie Slaughter ehrlich beschrieben, warum der Spagat zwischen Top-Job hier und pubertierenden Söhnen dort nicht funktioniert. Sie hat damit die Debatte über eine andere Arbeitswelt neu angefacht: Männer und Frauen auf der ganzen Welt diskutieren seitdem online und offline darüber, ob sie „alles haben können“. Ein Leben, in das Arbeit und Familie, Karriere und Freizeit hinein passen und vielleicht sogar miteinander harmonieren.

Wir wollen von Ihnen wissen, wie eine neue Arbeitswelt aussehen könnte und was sich dafür ändern muss. Auf der Beteiligungsplattform debatten.spdfraktion.de möchten wir dazu Ihre Ideen und Vorschläge sammeln.

Sie können sich zu der Veranstaltung anmelden oder sie im Livestream verfolgen.

Folgende Fragen möchten wir online vorab mit Ihnen diskutieren:

1) Können Frauen immer noch nicht alles haben – beruflichen Erfolg UND ein erfülltes Familienleben?

2) Wie muss eine neue Arbeitswelt aussehen, damit wir neben dem Arbeiten auch noch Zeit für Familie, Ehrenamt, Weiterbildung, Freizeit haben?

Zu diesen Fragen können Sie hier bis zum 14. März Ihre Ideen einstellen und sie gemeinsam mit allen Teilnehmenden weiter entwickeln.

Der Zukunftsdialog online geht mit den Fraktionsdebatten in die nächste Runde. Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Ihnen und Ihre Ideen. Der Dialog ist offen für alle: Laden Sie andere Interessierte ein und teilen Sie ihre Vorschläge in den sozialen Netzwerken. Das Hashtag für die Debatte bei Twitter lautet #spddebatte.

Nach einer einfachen Registrierung können Sie sofort Ihre Vorschläge anlegen und mit anderen Teilnehmenden diskutieren.

1 Kommentar zum Artikel

  • Julius Franzot am 6. März 2013

    Als männliches Wesen kann ich nur auf die zweite Frage antworten.
    Die heutige Welt sieht vor, dass immer weniger Menschen immer mehr arbeiten, während immer mehr Menschen keine Arbeit finden oder vom Arbeitsplatz weggedrängt werden. Schuld daran ist m.E. zum Einen das Bestreben des Neoliberalismus, überall Kosten zu sparen und die Profite aus diesen Einsparungen den eigenen Galionsfiguren zukommen zu lassen. Zum Anderen geht es auch um die – zyklisch wieder salonfähig gemachte – Einstellung zur Unterteilung der Menschen in Über- und Untermenschen. Zu Kaiser Neros Zeiten waren die Heiden die Alpha-Tiere, im Dritten Reich waren es die Arier und im Neuliberalismus sind es die angepassten „Leistungsträger“ mit Beziehungen und Stallgeruch. Ich bin der Meinung, dass vor allem die Multiplikatoren des Zeitgeistes gefordert sind, ein Umdenken herbeizuführen. Dabei sollte ins Bewußtsein gebracht werden, dass alle Menschen über ein Potential an „Leistungsfähigkeit“ verfügen und dass es nur gilt, sie dort einzusetzen, wo sie das Beste geben können. Kein Mensch ist unaustauschbar, nicht der vernetzte Top-Manager mit seinem Boni und nicht der „führungsstarke“ Abteilungsleiter. Ausnahmen gibt es maximal bei bestimmten Wissenschaftlern und Künstlern. Daher sollte eine Kultur der Delegierung angestrebt werden, in der niemand Überstunden machen oder ständig erreichbar sein muss, weil alle Aufgaben auf mehrere verteilt sind. Ein starrer 8-Stunden-Tag für alle bedeutet mehr Familie, mehr Freizeit und mehr Weiterbildung. Wenn dadurch mehrkosten für die Betriebe entstehen, diese können mit einer Begrenzung der Top-Gehälter und mit Variationen zum Thema Kombilohn aufgefangen werden. Weniger Stress – sowohl wegen Über- als auch wegen Unterforderung – bedeutet im Endeffekt auch eine bessere Gesundheit für alle und niedrigere Krankheitskosten für die institutionellen Träger.

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