Digitale Souveränität durch Bildung!

Foto: Susie Knoll / Florian Jänicke
Foto: Susie Knoll / Florian Jänicke

Mit dem Positionspapier „Digitale Souveränität für alle: Die Menschen mitnehmen!“  haben sich die Bildungs- und Digitalpolitiker der SPD-Fraktion darauf verständigt, wie gute digitale Bildung gelingen kann.

Die digitale Bildung ist ein Thema, das im Jahr 2016 in aller Munde ist. Von der Kultusministerkonferenz über das Hochschulforum Digitalisierung, von den Projektgruppen des Nationalen IT-Gipfels über den Volkshochschultag – überall wird darüber beraten, wie der digitale Wandel im Bildungssystem vorangebracht werden kann. Pünktlich zum IT-Gipfel hat das Bildungsministerium des Bundes für die kommende Legislatur eine Investitionsoffensive in die digitale Infrastruktur der Schulen zur Diskussion gestellt. Vergangene Woche hat das Hochschulforum Digitalisierung seinen Abschlussbericht präsentiert, in dieser Woche stellt die Kultusministerkonferenz (KMK) ihre Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ vor.

Die Fachpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion für Bildung und Digitalisierung haben sich mit den unterschiedlichen Konzepten der digitalen Bildung auseinandergesetzt und sie in einen Kontext zur aktuellen Debatte um die Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels gestellt. Sie bringen ihre Vorstellungen mit dem Ziel einer „Digitalen Souveränität für alle“ auf einen Begriff und definieren vier Handlungsfelder, um den Einsatz digitaler Medien, Lehr- und Lernkonzepte in der Bildung voranzubringen:

  1. Ausstattung ist nicht alles – aber ohne Breitbandanbindung, flächendeckendes WLAN und Online-Plattformen für alle Bildungseinrichtungen geht es nicht. Deshalb müssen wir massiv in die Infrastruktur investieren. Die Finanzierung müssen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam stemmen und auch der Wirtschaft über ein Stiftungsprogramm einen Beitrag ermöglichen.
  2. Wir brauchen offene zugängliche Bildungsangebote und frei lizenzierte Lehr- und Lernmaterialien, die von Lehrenden und Lernenden gemeinsam weiterentwickelt werden können. Die Schranken für Bildung und Wissenschaft müssen entsprechend angepasst werden
  3. Kompetenzaufbau in der Fläche: Wir müssen Lehrkräfte weiterbilden, damit sie digitale Medien auch nutzen können. Auf die Struktur von Medienzentren und Volkshochschulen können wir aufbauen und deren digitale Kompetenzen stärken, um in der gesamten Bildungskette für digitale Souveränität wirken zu können.
  4. Wir müssen informatische und medienpädagogische Ansätze zusammenführen und gemeinsam Lehrpläne und Bildungsstandards für digitale Bildung entwickeln. Den Bildungseinrichtungen müssen wir kompetente Beratung zur Seite stellen, damit sie den digitalen Wandel bewältigen können.

Es ist in höchstem Maße erfreulich, dass das Thema digitale Bildung so sehr an Fahrt gewonnen hat. Wir haben 2016 in eingehender Diskussion erarbeitet, was zu tun ist. Doch die Aufgabe ist damit nicht gelöst: Ab 2017 müssen wir beginnen, die vielen guten Vorschläge umzusetzen – und nicht zuletzt deren Finanzierung zu klären. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam angegangen werden muss.