Wissen schafft Macht – Hochschulen im digitalen Wandel

Foto: Susie Knoll / Florian Jänicke
Foto: Susie Knoll / Florian Jänicke

Der kompetente Umgang mit Medien und Daten, der Zugang zum Wissen dieser Welt und die kritische Bewertung von Informationen, ein Verständnis für Algorithmen und die technische Struktur des Netzes: Digitale Literalität ist heute so wichtig wie Lesen und Schreiben. Unsere Wissensgesellschaft braucht eine digitale Bildungsoffensive, eine Alphabetisierung für „digitale Kompetenz“!

Bundestag und IT-Gipfel, Hochschulforum Digitalisierung und KMK haben im vergangenen Jahr Konzepte für den digitalen Wandel im Bildungssystem entwickelt. Die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur nehmen in der öffentlichen Wahrnehmung viel Raum ein. Doch wenn wir alle an Bord haben wollen im digitalen Wandel, dann müssen wir über die Software reden und nicht nur über Geräte. Dann müssen wir darüber reden, was und wie wir lernen – und wer Zugang dazu hat.

Lehrende und Lernende sollen sich offen, konstruktiv und rechtssicher mit dem Netz und dem Wissen dieser Welt auseinandersetzen können. Damit an Schulen und Hochschulen offene digitale Lernplattformen und Bildungsangebote entstehen können, müssen wir offen lizenzierte wissenschaftliche Publikationen (open Access) und Lehr- und Lernmaterialien (OER) gezielt fördern. Für urheberrechtlich geschützte Inhalte brauchen wir eine Bildungs- und Wissenschaftsschranke, die eine pauschale Vergütung weiterhin ermöglicht.

Völlig zu Recht hat der neue Uni-Rahmenvertrag zu digitalen Semesterapparaten hohe Wellen geschlagen. Es ist sehr zu begrüßen, dass die Beteiligten die Anwendung des Vertrags nochmals überdenken wollen, denn die darin vereinbarte Einzelabrechnung würde die Nutzung digitaler Medien massiv zurückdrängen. Als Kampfansage an die Öffnung digitaler Bildung und Wissenschaft muss die Erlaubnis gelten, Semesterapparate und Lernplattformen zu durchsuchen. Einen solchen „Schultrojaner 2.0“ darf die von KMK, HRK und VG Wort eingerichtete Arbeitsgruppe getrost dahin befördern, wo auch sein Vorgänger landete: In die Tonne.

Dieser Beitrag erschien zuerst im „ZEIT CHANCEN Brief“, in der Ausgabe vom 12. Dezember 2016.

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