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Das Berliner Ensemble ist eine Institution. Es gibt auch ein Neues. Es ist allerdings mehr ein Dissemble.
Das alte Berliner Ensemble und das neue Berliner Dissemble spielen keine neuen Stücke, die Texte liegen vor, die Regisseure wechseln, die Rollen werden ab und zu neu besetzt und das Publikum zahlt. Das sind die Gemeinsamkeiten.
Das alte Berliner Ensemble ist eine große Truppe und spielt in einem kleinen Haus an der Spree.
Das neue Berliner Dissemble ist eine kleine Truppe und spielt in einem großen Haus in der Nähe der Spree.
Die großen Stücke des alten BE stammen von Brecht. Sie nutzen seine Worte.
Das neue Dissemble spielt „Brecht das eigene Wort“.
Das alte BE spielt die Dreigroschen-Oper. Das neue ist eine.
Das Prunkstück des BE ist die „Mutter Courage“, beim neuen reicht es nur zu „Mutti“.
Die Frankfurter Schule war epochemachend.
Die neue Frankfurter Schule ist eine Satire.
Das BE ist epochemachend.
Das neue Dissemble ist ein Drama.
In einer DPA-Meldung vom 6. Dezember 2011, veröffentlicht um 13:43 Uhr, heißt es:
„Die SPD will das Gesundheitssystem umbauen, wenn sie 2103 wieder an die Regierung kommt.“
Das ist falsch.
Richtig ist: 2013
Falsch wäre auch: 2031, 2013
Richtig ist: 2013
Falsch wäre genau so: 2130
Richtig ist: 2013
Man kann es nicht oft genug sagen.
Damit sich jeder darauf einstellen kann.
Auch DPA. Die ich wirklich nicht gerne korrigiere.
Aber wad mutt, datt mutt.
Das Bundeskabinett hat heute einen Bericht zum demografischen Wandel beraten.
Mein Kommentar:
Gesellschaft alt
Jugend gut
Regierung schlecht
Zukunft offen
Glück auf.
Es ist nicht so, wie die Restaurantszene es gerne nahe legt, dass Deutschland
keine eigene Küche hätte, die erwähnenswert wäre. Im Gegenteil, sie ist höchst
vielfältig und, wie es sich gehört, föderal differenziert.
Von Bayerischer Weißwurst, Schwäbischen Maultauschen, Nürnberger Rostbrat-
würsten, Pfälzer Saumagen, Frankfurter Würstchen, Kasseler Rippenspeer, Rhei-
nischem Sauerbraten, Westfälischem Schinken, Thüringischer Bratwurst, Sächsi-
scher Schlachteplatte, Niedersächsischem Pinkel, Mecklenburgischem Labskaus
bis hin zum Hamburger – alles originell, aber auch ziemlich schwer und fett.
Nur Berlin macht eine Ausnahme: leichtes, luftiges Gebäck mit Marmelade drin,
das ist ein Berliner.
Aber, das wissen sie nicht in Berlin. Sie nennen einen Berliner Pfannkuchen.
Auf polnisch: Platzek. Ein Platzek ist aber kein Berliner.
Ein Berliner ist süß und innen rot.
Deshalb wurde Wowi wiedergewählt.
Heute wollen wir einmal ganz fair und sachlich sein. Und anerkennen, wenn die Bundesre-
gierung erfolgreich ist und das mit etwas, das auch wir als positiv anerkennen: Der Aller-
Deich in Hodenhagen wird verstärkt.
Wir haben Respekt.
Und das die Bundesregierung dies mit einem großen, stabilen Metallschild würdigt und auch
den Bundestag erwähnt – was man von dieser Bundesregierung gar nicht so erwartet – das
wollen wir ihr nachsehen und zugestehen. Die Heidschnucken staunen. Denn wann kann die
Bundesregierung schon mal einen Erfolg feiern.
Und sollte jetzt jemand kleinkariert nachprüfen wollen, welcher Bundesregierung dieser Er-
folg zuzuschreiben ist, so finden wir das überflüssig:
Gönnen wir doch dieser Regierung mal einen Erfolg.
Und die Dokumentation auf Blech.
 Deichbaustelle Hodenhagen
Wer kennt die drei hier abgebildeten Figuren?
Vermutlich kaum jemand.
Dabei stehen sie vor unserem Fraktionsvorstandsturm und bewachen und
beschützen ihn. Und den Vorstand. Von Außen.
Der mit dem Schwert und dem Helm ist natürlich der Fraktionsvorsitzende.
Und der andere ist der 1. PGF.
Wer aber ist die dritte Figur?
Sachdienliche Hinweise nehme ich gerne entgegen.
Wir alle kennen den Zusammenhang zwischen der Rohstahlproduktion und dem Stimmenan-
teil der SPD

Das Mierscheid-Gesetz lautet: „Der Stimmenanteil der SPD bei Bundestagswahlen rich-
tet sich nach dem Index der deutschen Rohstahlproduktion in den alten Ländern,
gemessen in Millionen Tonnen.“
Und wie ist die Lage jetzt?
Die Rohstahlproduktion in den alten Ländern ist im letzten Jahr um knapp 39 % gestiegen.
In Hamburg hat die SPD gegenüber dem letzten Wahlergebnis um 41 % zugenommen.
Das Gesetz stimmt.
Das läßt hoffen.
Es geht aufwärts.

Wenn die Köpfe rauchen und die Debatten heftig sind, entsteht Qualm, Gott sei Dank kein
Pulverdampf.
Der Qualm muss irgendwo hin, denn er behindert im Plenum die Sicht auf die Krawatten
vorne.
Der Bundestag hat eine bemerkenswert innovative, aber unbekannte technische Einrichtung
installiert, um diesen Dampf abzulassen: Aus dem Innern der Kuppel wird ein Schornstein
ausgefahren, der das Plenum entlüftet.
Und dass Ihr das noch nicht gesehen habt, liegt daran, dass Ihr ja immer im Plenum seid.
Sonst würde es da ja auch nicht richtig qualmen.
PS: Dieser Text ist ohne Zitate und Ghostwriter entstanden.
 Wenn die Köpfe rauchen
Wo es einen Berg gibt, gibt es in zivilisierten Ländern ein Bergamt und in Deutschland auch ein Oberbergamt.
Diese Ämter befassen sich aber nicht mit dem Bau von Bergen, auch nicht mit dem Abbau der selben. Sie befassen sich mit dem Bau und dem Abbau unter der Erde; egal, ob unter Bergen oder unter Ebenen. Unter der Erde ist eben alles eben oder nach dem Abbau auch nicht, manchmal sogar dann oben nicht mehr. Das nennt man dann auch in der Ebene Berg-schaden.
In Bonn ist im preußischen Oberbergamt mittlerweile das Historische Seminar untergebracht. Das war in gewisser Weise ironisch gedacht. Schließlich wird der Bergbau immer weniger und von Preußen ist nur noch der Umgangston der Berliner geblieben.
Norbert Röttgen will nun – vielleicht davon inspiriert – historisches Bergrecht in Gorleben bei einer Erkundung für die Zukunft anwenden,
damit Bürger, Wutbürger und andere Querulanten ihm nicht in die Quere kommen können.
Das wiederum ist wirklich unterirdisch.
Mir ist folgende Mail ins Netz gegangen:
Erfolgsmeldung
Es ist der S-Bahn am Wochenende gelungen, einen Zug bis Ahrensfelde durchzubringen.
Ob der Zug Donnerstag oder Freitag in Potsdam gestartet war, konnte nicht mehr geklärt
werden. Der Lokführer war zwischenzeitlich aus Rationalisierungsgründen in den Vorruhe-
stand geschickt worden und die Zugnummer konnte bisher nicht entziffert werden, da die für
das Freikratzen erforderlichen Mitarbeiter derzeit zu Kontrolleuren umgeschult werden. Die
Computerdaten sind aufgrund eines vorübergehenden Stromausfalles gelöscht. Den Zug
hatte während der Fahrt niemand verlassen, da die Schilder auf den Stationen nicht lesbar
waren, keine Durchsagen erfolgten und die Leuchtbänder in den Wagen immer nur die Stati-
on „selftest“ anzeigten, die keiner kannte. Außerdem klemmten die meisten Türen sowieso.
Die Passagiere werden derzeit aufgetaut und konnten noch nicht befragt werden.
Der Vorstand bewilligte sich nach der erfolgreichen Fahrt sofort Sonder-Boni. Bundesver-
kehrsminister Ramsauer lobte das Krisenmanagement der Bahn und seine eigene erfolgrei-
che Verkehrspolitik. Bahnchef Grube ließ die Bauarbeiten für Stuttgart 21 für eine Minute
unterbrechen und eine Gedenkminute für den Erfolg in Berlin einlegen. Die Berliner Ver-
kehrssenatorin erklärte, angesichts der anhaltenden Probleme bei der S-Bahn sei der Senat
nicht mehr nur erstaunt, sondern sehr erstaunt und nähere sich der Verärgerung. Er überle-
ge, ob er, wenn es so bleibe, nicht prüfen solle, ob zu geeigneter Zeit über Konsequenzen
nachgedacht werden müsse. Die Grünen erklärten, die Bahn sei, wenn sie stehe, besonders
umweltfreundlich und die Fahrpläne lieferten doch eine präzise Information darüber, wann
mit Sicherheit kein Zug fahre. Die Linke erklärte, nach dem Einmarsch der Roten Armee ha-
be die S-Bahn besser funktioniert als jetzt und korrigierte die Meldung wenig später dahinge-
hend, dass man das Wort „selbst“ nach dem Einmarsch vergessen habe, was aber nicht
heiße, dass die Linke selbstvergessen sei. Die FDP sieht die Bahn jetzt wieder auf gutem
Weg zum Börsengang und zu weiteren Investitionen in Quatar, wo man ohnehin keine Wei-
chenheizungen brauche. Ein Sprecher der Bahn meinte, die Einschränkung des Betriebs sei
kinderfreundlich, weil es das Risiko Minderjähriger verringere, in Brandenburg auf freier
Strecke ausgesetzt zu werden. Die Laizisten plädierten für die Abschaffung des Wetters.
Die S-Bahn will als Entschädigung für die Fahrgäste in Zukunft Toilettenwagen an die Züge
anhängen, sie könnten allerdings erst benutzt werden, wenn die Wagen durchgängig gestal-
tet seien, wofür es noch keine Planung gebe.
Ein Sprecher der Bahn kritisierte den Text, den sie gerade lesen, als völlig unsachlich und
überzogen. Jakob Mierscheid zeigte sich betroffen, meinte aber: Was ist eine Groteske ge-
gen die Realität.
P.S.
Selbstverständlich distanziere ich mich von diesem Pamphlet. Und zwar mit Abscheu und
Empörung.
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