Beginn des letzen Tages. Es läuft wieder auf eine Nachtsitzung hinaus. Es ist viel Bewegung in der Konferenz, aber noch vieles offen. Am Ende wird die Konferenzpräsidentschaft, also Südafrika, einen Vorschlag vorlegen müssen. Möglicherweise gibt es dann ein ähnliches Szenario wie in Cancun. Dass nämlich einzelne Länder dagegen aufbegehren, die dann in einer Nachtsitzung niedergerungen werden müssen.
Zum Thema des Green Climate Found gibt es eine Menge Bewegung und zur Einrichtung der Institutionen wohl – bei allen Auseinandersetzungen, die es noch gibt – auch eine Entscheidung auf dieser Konferenz. Damit ist noch kein Geld im Topf, 2020 sollen es ja mindestens 100 Milliarden Dollar sein. Schon schwer genug, ungeklärt ist aber vor allem, wie der Aufwuchspfad bis dahin ist. Die LDCs (am Wenigsten entwickelten Länder) wünschen sich ab dem nächsten Jahr bereits 40 Miliarden Dollar. Leider ziemlich illusorisch. Es fehlt also ein klarer Fahrplan bis 2020 und vor allem ist die Quellenfrage ungeklärt. Und es ist nicht klar, wer das Geld einnimmt, die Nationalstaaten oder ob doch eine UN-Lösung gefunden wird.
Heftig gerungen wird auch weiterhin zu Berichtspflichten der Treibhausgasentwicklung. Im Kern wollen viele Staaten – China voran – sich nicht in die Karten gucken lassen. Das ist vor allem immer auch ein Druckmittel, da immer alles mit allem miteinander und gegeneinander verhandelt wird.
Zur Frage des Schutzes der Wälder (REDDplus) gibt es wenig Fortschritte. Der Mechanismus wirkt bisher leider nur bedingt. Wie ich mir leider in diesem Jahr in Guatemala angucken konnte. Auch der Umweltminister von El Salvador war gestern skeptisch bezüglich der Wirkungsweise dieses Instruments.
Im Anschluss der morgendlichen deutschen Delegationsbesprechung um 7.45 gleich Interview mit dem “Vorwärts”. Anschließend Treffen u.a. mit mexikanischen Abgeordneten, mit der Umweltministerin Uruguays und Vertretern der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas. Dann noch zwei oder drei Treffen am Nachmittag und dann Vorbereitung auf die lange Nacht.
Frank Schwabe





