ElterngeldPlus: Die Richtung stimmt – eine Reform der Pflegezeit muss folgen

Christiane Benner, IG-Metall-Vorstandsmitglied
Christiane Benner, IG-Metall-Vorstandsmitglied; Foto: IG Metall

Am 7. November wird der Deutsche Bundestag den Gesetzentwurf zur Einführung des „Elterngeld Plus“ verabschieden. Künftig wird es einfacher, die Erziehungsarbeit ohne allzu große Einkommenseinbußen partnerschaftlich zu teilen. Das geplante ElterngeldPlus sei daher richtig, schreibt IG-Metall-Vorstandsmitglied Christiane Benner in ihrem Gastbeitrag. Die Notwendigkeit von Zeitsouveränität sei für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein großes Thema. Benner begrüßt es daher, dass nun auch eine Reform der Pflegezeit folgt.

Frauen wollen nicht mehr aus dem Arbeitsleben aussteigen, sobald sie Mutter werden. Väter wollen nicht länger einfach weitermachen wie bisher, wenn der Nachwuchs da ist. Das neue „ElterngeldPlus“ nimmt diese Bedürfnisse ernst. Denn der Gesetzentwurf ermöglicht das, was Beschäftigte seit langem einfordern: mehr Zeitsouveränität. 82 Prozent der Beschäftigten ist es wichtig, ihre tägliche Arbeitszeit kurzfristig an ihre privaten Bedürfnisse anpassen zu können, ergab eine große Beschäftigtenbefragung der IG Metall. 79 Prozent möchten ihre Arbeitszeit vorübergehend absenken, um z.B. mehr Zeit für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu haben.

Mit dem „ElterngeldPlus“ können Väter und Mütter ihre Arbeitszeit befristet reduzieren, kurze Auszeiten nehmen und die verschiedenen Fördermöglichkeiten flexibel kombinieren. Künftig wird es einfacher, die Erziehungsarbeit ohne allzu große Einkommenseinbußen partnerschaftlich zu teilen. Das stärkt die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen und eröffnet ihnen bessere berufliche Perspektiven.

Was allerdings fehlt, ist ein geregeltes Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit. Und auch über die Kindererziehung hinaus braucht es Regelungen, die dem Wunsch der Beschäftigten nach Zeitsouveränität Rechnung tragen. Das gilt vor allem für die geplante Reform der Pflegezeit. Ähnlich wie beim „ElterngeldPlus“ brauchen Beschäftigte auch hier einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit sowie eine Entgeltersatzleistung in Anlehnung an die Regelung zum Elterngeld. Außerdem brauchen wir eine gesetzliche Absicherung von Langzeitfolgen, die durch eine Unterbrechung oder Einschränkung der Erwerbstätigkeit eintreten.

Ob Kindererziehung oder Pflege: Die Politik muss weiterhin Partnerschaftsmodelle fördern, die Männer und Frauen gleichermaßen in die Lage versetzen, erwerbstätig zu sein und Fürsorgeverantwortung zu tragen.

 

Über die Autorin:

Christiane Benner ist im IG-Metall-Vorstand zuständig für Frauen und Gleichstellung.

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