#aufbruch – Strategien gegen Sexismus
Tausende Frauen und Männer haben in den vergangenen Wochen über Sexismus, Belästigung und sexualisierte Gewalt diskutiert. Die #aufschrei-Debatte hat viele Menschen ermutigt, ihre Erfahrungen zu teilen, einander zu unterstützen und nach Lösungswegen zu suchen. Sexismus und Diskriminierung betreffen die ganze Gesellschaft, nicht nur diejenigen, die darunter leiden müssen und in ihrem Alltag und Berufsleben eingeschränkt sind. Nicht nur diejenigen, die geschmacklose Witze erzählen, andere gegen ihren Willen anfassen oder sie einschüchtern. Bei Sexismus geht es um Machtfragen. Es geht um Chancengleichheit. Es geht darum, wie Menschen miteinander leben wollen.
Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gaben fast 60 Prozent der befragten Frauen an, bereits Situationen sexueller Belästigung erlebt zu haben. Diese Zahlen stimmen uns nachdenklich und sind deutlicher Anlass für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema.
Aus diesem Grund startet die SPD-Bundestagsfraktion einen Dialogprozess.
- Wir fragen in einer ersten Veranstaltung am 20. Februar: Wie sexistisch ist unsere Gesellschaft?
- Am 27. Februar wollen wir dann mit Ihnen gemeinsam nach Lösungen suchen: Was sind die Konsequenzen aus der Debatte über Seximus?
Wir möchten über die Gespräche mit Ihnen den #Aufschrei zum #Aufbruch machen: Wir wollen eine Gesellschaft frei von Sexismus – im Alltag, in Unternehmen, in der Politik. Wir wollen nicht, dass wir Kindern beibringen und Frauen auffordern müssen sich zu wehren. Wir wollen eine Gesellschaft, in der eine Gegenwehr überflüssig wird, da alle respektvoll miteinander umgehen.
Am 20. Februar haben wir Fachfrauen zu uns eingeladen: Anne Wizorek, Initiatorin der Twitter-Aktion #Aufschrei, Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und Karin Schwendler, ver.di, Leiterin des Bereichs Frauen- und Gleichstellungspolitik (angefragt), werden von ihren Erfahrungen berichten. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christine Lambrecht führt in die Thematik ein und moderiert das Gespräch, der rechtspolitische Sprecher Burhard Lischka wird ebenfalls im Rahmen der Veranstaltung sprechen. Anmelden können Sie sich über unsere Website.
Sie können sich zudem im Vorfeld an der Diskussion beteiligen: über unsere Online-Plattform Adhocracy können Sie uns Ihre Erfahrungen mitteilen und ihre Ideen für den Abbau von Sexismus und Diskriminierung mitteilen. Ihre Vorschläge werden als Input in die Veranstaltungen einfließen. Über Twitter können Sie die Veranstaltung mit dem Hashtag #Aufbruch begleiten.
Den Dialog setzt die Fraktion schon eine Woche darauf fort. Am 27. Februar laden die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dagmar Ziegler und die frauenpolitische Sprecherin Caren Marks ein, um über Konsequenzen aus der breiten gesellschaftlichen Debatte zu diskutieren. In einer für die Gäste offenen Fishbowl-Diskussion sprechen die Betriebswissenschaftlerin und Bloggerin Yasmina Banaszczuk, Dr. Julia Borggräfe, Partnerin autenticon – consulting in context, Tanja Samrotzki, Journalistin und Moderation, Dr. Dag Schölper, Geschäftsführer Bundesforum Männer, und Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender Stiftung der Zeppelin Universität und ehemaliger Personalvorstand Deutsche Telekom AG, über Strategien gegen geschlechtsbedingte Diskriminierung. Wie gestalten wir ein gesellschaftliches Miteinander, das vor allem auf Respekt beruht?
Auch für diese Veranstaltung können Sie Ihre Ideen über unsere Bürgerbeteiligungsplattform einbringen. Sie wird außerdem live gestreamt. Das Hashtag lautet bei diesem Termin ebenfalls #Aufbruch. An die Debatte am Nachmittag schließt der Empfang der SPD-Bundestagsfraktion anlässlich des Internationalen Frauentags an.
Nutzen Sie die Beteiligungsplattform und die Veranstaltungen in diesem Monat um Ihre Ideen mit Abgeordneten und Mitarbeiter_innen der Frakion zu diskutieren. Adhocracy ist ein Baustein unseres Dialoges mit Bürgerinnen und Bürgern, gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen. Mit unseren Fraktionsdebatten wollen wir mehr Menschen an unserem „Projekt Zukunft“ beteiligen, die Transparenz von Meinungsbildungsprozessen und politischen Entscheidungen erhöhen sowie eine neue demokratische Partizipationskultur im parlamentarischen Raum etablieren. Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Ihnen.
Honey Badger am 20. Februar 2013
Es gibt zwar Männer, die sexuelle Gewalt erfahren haben, und das ist schlimm, aber wieso ist das in der gegenwärtigen Diskussion ein Argument dagegen, dass Frauen sexuelle Gewalt erfahren? Eigentlich sollte das doch eher ein weiteres Argument für den großen Handlungsbedarf sein, der bei dem Thema besteht, und nicht ein Argument, das Opfer von Sexismus/sexueller Gewalt generell zum Schweigen bringen soll. Eigentlich sollte doch die Tatsache, dass auch Männer Opfer werden können, andere Männer für das Problem sensibilisieren und nicht abstumpfen, oder?
Ich würde es begrüßen, wenn die Männer auch einen #Aufschrei organisieren würden. Dann könnten wir alle besser abschätzen, wieviele Männer betroffen sind. Außerdem würde mich interessieren, ob ein männlicher Aufschrei in den Medien ernster genommen würde, ob männlichen Opfern auch pauschalisierend die Schuld gegeben würde oder ob das Problem Männer vielleicht für einen generell anderen Umgang mit dem Thema sensibilisieren würde.
Vielleicht könnte ja das Bundesforum Männer etwas in der Art veranlassen, sonst kommt am Ende noch irgend so ein Frauenhasser von der “antifeministischen Männerrechtsbewegung” auf die glorreiche Idee und vergiftet das Thema von Anfang an (was auch den männlichen Opfern sehr schaden würde).